Einige ernsthafte Anmerkungen


Disclaimer: Ich bin kein Psychotherapeut.

Überall auf diesen Seiten findet ihr Witze über masochistisches und, nun ja, idiotisches Verhalten, weil das nun mal auf einer gewissen Ebene Teil jeder unglücklichen Liebe ist. Wir tun Dinge von denen wir genau wissen, dass sie nicht gut für uns sind, weil wir meinen, dass es den Preis wert ist. So ist zum Beispiel eine schlaflose Nacht in Tränen der Einsamkeit scheinbar ein kleiner Preis dafür, dass wir eine Stunde in der Gesellschaft unseres Geliebten verbracht haben, selbst wenn wir dabei nichts anderes getan haben als z.B. bei einem Konzert, in dem sein Lebensabschnittspartner mitgesungen hat, neben ihm zu sitzen. Solche Entscheidungen mögen nicht klug sein, aber sie sind Teil des Verliebtseins.

Auf der anderen Seite ist es sehr ungesund und selbstzerstörerisch, sich zu sehr auf einen anderen zu fixieren (oder auch auf sich selbst). Es ist schwierig die Grenze zu ziehen zwischen "normalem" Verhalten und selbstschädlichem Verhalten, oder Verhalten das gegenüber der Person, der du näher kommen willst, unfair oder sogar verängstigend ist. Zumindest für jemanden wie mich, der keine psychologische Ausbildung hat. Ich weiß aber sehr genau, dass es nur zu leicht ist, zu einer Belastung für den zu werden, den du eigentlich mehr als alles glücklich machen möchtest. Aus diesem Grunde bitte ich meine Leser inständig, zu versuchen, eine ausgewogene und gesunde Sichtweise zu bewahren. Wie ich schon in der Einführung auf der Startseite gesagt habe ist es ja gerade mein Ziel, diese Sichtweise durch Humor zu unterstützen.

In schwierigen Zeiten helfen natürlich am meisten Freunde und Familie. Die, die dich gern haben wollen auch dass es dir gut geht und dass du glücklich bist, ebenso, wie du dir wünschst, dass es deinem Geliebten gut geht. Hab keine Angst, deine Gefühle offenzulegen, anders können sie dir nicht helfen. Auch das Internet kann helfen; ich empfehle nicht, dich ausschließlich auf das Internet zu beschränken, aber du solltest es auch nicht ganz außen vor lassen. Manchmal tut man sich einfach leichter, anonym per Computer über solche Dinge zu reden. Es gibt viele Foren und Homepages, die einen unterstützen können. Einige findest du über meine "Schmerzliche Links" Seite.

Aber manchmal ist es einfach nicht genug, nur gesund sein zu wollen. Manchmal können uns Freunde und Familie nicht das geben, was wir brauchen, um uns besser zu fühlen. Manchmal tun wir uns oder anderen Schlimme Dinge (TM) an, ohne es zu wollen, oder ohne die Auswirkungen zu begreifen. Manchmal müssen wir einfach den Mut haben, um Hilfe zu bitten, oder den Mut, unseren Freunden zuzuhören, wenn sie sagen dass sie sich Sorgen machen. Krankhafte Depressionen, Zwangszustände, Nervenzusammenbrüche... sowas kommt vor. Es ist beschissen, aber es passiert, und es kann auch uns passieren. Das ist nicht unsere Schuld, es heißt auch nicht, dass wir "verrückt" sind. Es bedeutet nicht, dass wir schwach, kaputt, oder dumm sind oder dass wir es nicht wert sind, geliebt zu werden. Es passiert einfach, so wie man sich eine Lungenentzündung oder Bronchitis holt.

Wenn man glaubt, man leide an einer Herzschwäche, dann will man sich vielleicht nicht Untersuchen lassen aus Angst vor der Wahrheit. Aber man würde sich wohl nicht schämen, um Hilfe zu bitten und sich behandeln zu lassen. Wenn du glaubst, du hättest eine psychische Krankheit, dann sollte das eigentlich nichts anderes sein. Du brauchst dich nicht zu schämen. Hol dir professionelle Hilfe. Suche einen Therapeuten auf. Wenn nötig nimm Medikamente dagegen. Was auch immer die richtige Lösung für dich ist, finde sie und lass dir helfen! Du verdienst es, gesund zu sein. Leide nicht umsonst.

Es ist nicht ungewöhnlich und auch keine Schande, wenn man in Zeiten der Not Selbstmordgedanken hat. Wenn das aber regelmäßig vorkommt und du dich intensiv damit beschäftigst ... wenn du ernsthaft in Erwägung ziehst, dir das Leben zu nehmen ... Herrgottnochmal sprich wenigstens vorher mit ein paar Leuten darüber. Selbstmordgefährdet zu sein -- oder auch die "weniger" gefährliche Form, nämlich sich selbst zu verletzen, z.B. mit einem Messer oder Feuerzeug -- ist wirklich ein gefährlicher Zustand. Wie sonst auch rede mit jemandem darüber und lass dir helfen bevor du etwas unternimmst. Die meisten Fehler, die wir in unserem Leben machen, können wir korrigieren oder kommen darüber hinweg. Aber wenn du dir das Leben nimmst, dann wirst du nie die Möglichkeit bekommen, im Rückblick zu entscheiden, ob es eine gute oder schlechte Entscheidung war. Du solltest dir also schon verdammt sicher sein, dass es eine sinnvolle Entscheidung ist. Und ich meine damit nicht einfach "jeder Tag ist einfach unerträglich". Ich meine "jeder Tag ist einfach unerträglich, es gibt keine Möglichkeit, dass es jemals besser wird, meine Freunde wissen um meine Situation und stimmen mir zu, dass es keinen Sinn für mich macht, weiterzuleben, und unterstützen meine Entscheidung, es gibt nichts mehr auf der Welt, was ich noch vor dem Ende erreichen will, ich habe mich gegenseitig von allen verabschiedet, denen es leid tun wird, wenn ich gehe". Du glaubst nicht, dass du dir jemals so sicher sein kannst? Okay. Ich denke dann begegnet man sich ja noch. Und wie war das jetzt nochmal mit dem Therapeuten?