|
|
||||||||||||||||||||
|
Neben dem Erwerb kommerzieller Teleskope gibt es noch die Möglichkeit des Fernrohr-Selbstbaus. Selbst mit geringem Aufwand und ein wenig Geschick lassen sich schon erstaunliche Dinge - sprich: Teleskope - zaubern, die unter Umständen keinen Vergleich mit den besten kommerziellen Produkten zu scheuen brauchen. Hier sollen einige Tipps und Tricks für diejenigen gegeben werden, die am Selbstbau eines Teleskopes interessiert sind. Ich empfehle Ihnen das genaue Studium dieser und anderer ATM-Seiten (siehe auch unter den Astronomischen Links), bevor Sie mit dem Bau anfangen. Auf diese Weise werden Sie Fehler vermeiden können, die andere bereits vor Ihnen gemacht haben! Die schönsten und interessantesten Ergebnisse werden Sie voraussichtlich erzielen, wenn Sie einzelne Konzepte und Bauweisen von verschiedenen Teleskopen sinnvoll vermischen und dann - je nach Begabung und Enthusiasmus - eigene Einfälle hinzufügen. Einfacherer und “idiotensicherer” ist es natürlich, andere Teleskope vollständig nachzubauen, dabei geht allerdings der meiner Meinung nach sehr wichtige Anreiz des kreativen Schaffens verloren. Im Folgenden werde ich versuchen, alle wichtigen Schritte aufzuführen und zu beschreiben, die zum Bau meines 14 Zoll Leichtbaudobsons geführt haben - von den theoretischen Anfängen bis hin zum fertigen (kommerziellen) Teleskop. Dass auch ich dabei einige Fehler gemacht habe, ist wohl selbstverständlich. Ich werde Ihnen diese nicht verheimlichen, damit Sie nicht die selben Fehler machen müssen! |
|
Aller Anfang ist langwierig... Rein formell beginnt die Entstehungsgeschichte meines 14-Zöllers im Jahre 1998, als ich den Plan faßte, ein eigenes Teleskop zu bauen. Damals hatte ich noch keine Ambitionen, alles selber zu bauen, deswegen erwarb ich den alten Gitterrohr-Tubus von Manfred Mauz’ 13-Zöller. Jetzt musste nur noch ein passender Hauptspiegel gefunden werden (Die Brennweite und maximale Größe waren durch den Tubus ja bereits festgelegt). Ich entschied mich damals für einen 14 Zoll Spiegel, der von der Firma Astrocom angeboten wurde. Gegen einen Aufpreis von nur 200 DM wurde mir der Spiegel im Öffnungsverhältnis f/4,4 geliefert (anstatt f/5,1). Es stellte sich heraus, dass der Spiegel sehr dünn war (22 mm!), was sich später noch als nützlich für den Leichtbau erweisen sollte. Nach der Lieferung des Spiegels passierte erst einmal nichts. Ich konnte mich nicht recht entschließen, mit dem Bau anzufangen, außerdem war ich bereits damit beschäftigt, zusammen mit Wolfgang Planding eine parallaktische Montierung für das Teleskop zu bauen. Und so lag die Optik dann beinahe vier Jahre unberührt im Keller, ehe ich mit dem Bau des Teleskops anfing. Eine “geringfügige” Planänderung Anfang 2002 begann in der Volkssternwarte München ein Fernrohr-Selbstbau-Kurs, an dem ich teilzunehmen beschloß, um mich endlich für den Bau des 14-Zöllers zu motivieren. Dabei wurde ein ultraleichter Achtzöller vorgestellt, der mich für das Konzept eines “Rucksackfernrohres” begeisterte. Ich studierte daraufhin diverse Internetseiten und begann schließlich die Planungen für einen 6”-Rucksack-Dobson. Dieses Gerät sollte maximal 5 kg wiegen und im Rucksack transportiert werden können, um auch im (Hoch-)Gebirge beobachten zu können. Ben Nagorsen, ein Freund aus der Sternwarte München, war von der Idee so begeistert, dass er mich bat, ihm ebenfalls so ein Gerät zu bauen. Ich willigte ein (nicht zuletzt, um dadurch Erfahrungen zu sammeln, bevor ich meinen eigenen 6-Zöller baute) und begann daraufhin mit dem Bau. Innerhalb von zwei Wochen nahm das Gerät sichtbar Formen an, bis zu einem Punkt, wo ich auf die Lieferung der Optik (von Orion UK, bezogen über Wolfgang Ransburgs Teleskop-Service) warten musste, bevor ich weiterbauen konnte. In der Pause begann ich dann endlich mit den Planungen für den 14-Zöller. Rainer Bönninghausen, ebenfalls ein Freund aus der Sternwarte, zeigte sich interessiert an der Idee, woraufhin er mir die Hälfte des noch nicht gebauten Teleskopes abkaufte. Rainer hatte allerdings auch seine eigenen Ideen dazu, wie das Gerät aussehen sollte: Er wollte ein Teleskop, das er auch auf Flugreisen mitnehmen können würde. Damit wurde der Leichtbau zwingend. Ausserdem bestand er auf einer 18-Punkt Spiegelfassung, obwohl das Programm Plop eine 9-Punkt Auflage für ausreichend befunden hatte. Das Design Das Design des 14-Zöllers entstand aus einer Vermischung anderer Teleskope. Odie, der 14,5 Zoll Dobson von Martin Elsässer, diente dabei in vielerlei Hinsicht als Vorbild - nur nicht was das Gewicht betrifft, denn Odie wiegt mehr als doppelt so viel als mein Teleskop. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Manfred Mauz bedanken, der mir stets beratend zur Seite stand. Manfred ist mit Herz und Seele Ingenieur - das sieht man an seinen parallaktischen Montierungen (z.B. der MAM 20) so sehr wie an allem anderen, was er macht. Ich denke ich habe ihn mit meinem Leichtbau-Wahn ziemlich strapaziert; indem ich von allem, was er gesagt hat, erstmal ein Drittel weggenommen habe. Sorry dafür, ich denke aber, es hat sich gelohnt! Vom Baubeginn zum First-Light Vom Beginn des Bauens bis zum First Light sind gerade einmal zwei bis drei Monate vergangen, was allerdings nur dadurch möglich war, dass ich gerade Semesterferien in der Uni hatte und deswegen beinahe rund um die Uhr in der Werkstatt der Volkssternwarte München schaffen konnte. Beim Bau wurden noch mehrmals Designänderungen vorgenommen, z.B. waren noch bis kurz vor Vollendung des Teleskopes andere Verbindungsstücke von Alu-Stangen und oberem Tubus geplant. Diese Teile wären aus Holz gewesen und hätten sicherlich sehr schön ausgesehen, jedoch haben sie sich in der Fertigung als extrem Fehleranfällig und aufwändig erwiesen, so dass ich nach dem zweiten Fehlversuch dann auf die jetzige Konstruktion ausgewichen bin. Das Teleskop sollte unbedingt bis zum ITV 2002 am Vogelsberg fertig werden, was ich auch gerade noch geschafft habe; am Abfahrtstag stand ich noch bis halb drei in der Werkstatt, vier Stunden später waren wir dann schon am Vogelsberg. Ich bin sehr froh, dass ich es noch geschafft habe, denn neben dem First-Light (das leider ein gutes Dutzend Menschen vor mir genießen durfte!) wurde mir dann noch die Ehre zuteil, dass mein Teleskop bei der Prämierung der schönsten Selbstbaugeräte einen Preis gewann! Der erste der beiden Sechszöller wurde übrigens auch zum ITV fertiggestellt, wobei das Gerät inklusive zwei Okularen nur 3 kg wiegt! Damit wurde das Ziel eines Rucksackfernrohres voll erreicht, leider ist aber der Aufbau des Gerätes eine langwierige und schwierige Sache. Zu diesem Teleskop in Kürze mehr. |
|
Die einzelnen Bauteile |
|
|
||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
||||||||||||||||