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Die oberen Klemmblöcke
Die oberen Klemmblöcke dienen dazu, die acht Alu-Stangen des Gitterrohrtubus mit dem oberen Tubus zu verbinden. Damit wird das Fachwerk geschlossen, was dem Tubus erst die volle Steifigkeit verleiht.
Diese Teile haben mich jedoch einiges an Schweiß und Nerven gekostet. Auf der Suche nach einer funktionierenden Konstruktion bin ich im Buch von Dave Kriege (“The Dobsonian Telescope”) auf eine Lösung
gestoßen, die ich sehr elegant fand. In einen Holzblock werden im richtigen Winkel zwei Löcher gebohrt, in die die Stangen später gesteckt werden sollen. Anschließend wird das Teil der Länge nach auseinander gesägt
und die beiden Einzelteile mit einer Schraube und einer Rändelmutter miteinander verbunden. Dreht man an der Rändelmutter kann man die beiden Hälften so weit lösen, bis die Alu-Stangen reinpassen, danach wird
einfach zugeschraubt und fertig. Soweit die Theorie. Leider hat sich die Herstellung dieser Teile als extrem schwierig und fehleranfällig herausgestellt. Problem 1:
Wie bohrt man Löcher im richtigen Winkel in die Blöcke. Ein normaler Bohrer ist hierfür ungeeignet, mal abgesehen davon, dass man erstmal einen 20 mm Bohrer auftreiben muss. Ich habe also die große Fräse der Sternwarte München (genannt “Garfield”) dafür verwendet. Damit lassen sich genaue Winkel fräsen, was allerdings direkt zu
Problem 2
führt: Was ist der richtige Winkel? Mag sein, dass ich durch den Zeitdruck, unter den ich mich selbst gestellt habe, nicht konzentriert genug gerechnet habe, die Abwesenheit einer Konstruktionszeichnung (mein 14-Zöller wurde komplett ohne Pläne und nur mit vereinzelten schematischen Skizzen entworfen) hat sicherlich ihr übriges dazu beigetragen. Jedenfalls habe ich zwei mal gerechnet, zwei mal verschiedene Ergebnisse erhalten und verschiedene Winkel gefräst - und beide waren falsch. Dies war jedoch erst richtig lästig durch
Problem 3:
Beim Fräsen ist grundsätzlich, egal wie vorsichtig ich vorgegangen bin, ein großes Stück der untersten Holzschicht abgespreißelt, was natürlich absolut nicht gut aussieht. Das bedeutete den Einsatz von Holzspachtel und Schleifpapier, das Ergebnis gefiel mir jedoch trotzdem nicht.
Infolge dessen kam es kurz vor Vollendung des gesamten Tubus zu einer Planänderung. Anstatt der Holzteile verwendete ich nunmehr Teile aus Alu (welches sich - die richtigen Werkzeuge vorausgesetzt -
viel leichter und präziser bearbeiten lässt). Ausserdem wurden nur noch senkrechte Bohrungen in das Alu gebohrt, dafür wurden kugelförmige Köpfe an die Spitze der Alu-Stangen montiert. Die Kugeln werden in den
Bohrungen versenkt, bis sie - alle in der exakt gleichen Tiefe - anstoßen. Im Anschluß werden noch acht Nylon-Klemmschrauben angezogen (jeweils nur ein oder zwei Umdrehungen, es geht also leidlich schnell) und
fertig!
In Abbildung 8 erkennt man die recht einfache Konstruktion. Die Kugelköpfe sind Normteile (M4 Kugelknöpfe mit 16 mm Aussendurchmesser und Kunststoffbeschichtung, auch mit Messing-Oberfläche erhältlich),
als Adapter an die Stangen kann man anstatt meiner komplizierten Drehteile auch einfach eine M4-Maschinenschraube und eine Kontermutter verwenden.
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